Master of Arts in Fine Arts Lucerne Master Projects Dis-/Kontinuität
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Ausstellungsansicht Bell-Areal, Kriens. Foto:Franca Pedrazzetti Performance/Lecture im Südpol Grosse Halle. Foto: René Gisler Seiten dem Artistbook Seiten dem Artistbook
Dis-/Kontinuität
Enea Bortone
Major
Art Teaching
Art in Public Spheres
Abschlussjahr
2023
Kontakt
ciao@enea-bortone.ch
Webseite
enea-bortone.ch
Instagram
@enea.bortone

Dis-/Kontinuität

«Schau, der Stein. Siehst du den Muschelabdruck?», fragt mein Grossvater mit geheimnisvollem Lächeln und zeigt auf den Gesteinsbrocken am Boden. «Lange vor unserer Zeit reichte das Meer bis zu unserem Haus.» Ich untersuche den Stein und frage mich, wie lange der wohl schon hier liegt? Wird er mich überdauern? Welche Spuren werde ich wohl hinterlassen?

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Der Stein gilt als Symbol für Kontinuität und Dauer.

Er ist das Ergebnis von Prozessen wie Sedimentation, Verwitterung und Metamorphosen, die über Millionen von Jahren stattfinden. Gesteine sind beständig und das macht sie zu einem idealen Material für Gedenkstätten, welche als dauerhafte Erinnerungen an vergangene Ereignisse und Menschen dienen.
Betrachtet man die existenzielle Dimension des menschlichen Daseins, so erscheint Gestein als nahezu unvergänglich. Im Gegensatz dazu ist der Mensch von der Endlichkeit geprägt. Der Tod ist ein unvermeidlicher Bestandteil des Menschseins, wohingegen der Stein unabhängig von der Zeitlichkeit des Menschen existiert.

Geologisch betrachtet unterliegt das Gestein von Natur aus einer Diskontinuität, denn die kontinuierliche Ablagerung von Sedimenten ist einem ständigen Prozess des Zerfalls ausgesetzt. Brüche und Risse zeigen auf, dass auch das massivste Gestein im Laufe der Zeit spröde wird und zerfällt.

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Das Spannungsfeld

Die Arbeit Dis-/Kontinuität geht diesem ewigen Spannungsfeld von Beständigkeit und Zerfall nach und versucht, die Zeitabschnitte zu verweben, um so die Lücken zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu schliessen. Anhand dieser zeitlichen Dreiteiligkeit wird eine persönliche Auseinandersetzung mit der menschlichen Relation zu Ewigkeit und Endlich keit gezeigt, welche Gefühlskomplexe wie Nostalgie und Melancholie widerspiegelt. Die Urne als Übergang zwischen Epochen und Generationen ist die Objektwerdung eines entmaterialisierten Körpers. Trotz der Abwesenheit eines Menschen können sich Erinnerungen an ihn allerdings sehr physisch in den Nachkommen manifestieren.

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