Zitate & Quellen
Frank Bunker Gilbreth schreibt 1921 in seinen Bewegungsstudien ― Vorschläge zur Steigerung der Leistungsfähigkeit des Arbeiters: Spezialisierung bedingte Wiederholung «[…] und die so oft wiederholte Bewegung erreicht mit der Zeit den Punkt höchster Vollkommenheit».1 Der Philosoph Gerhard Gamm erkennt in der Schönheit der Wiederholung: «Die Götter lieben den Wechsel, die Menschen die Wiederholung. Da die Menschen aber partout nicht vom Privilegium der Götter ablassen wollten, erfanden sie die Serie.»2 Der Soziologe Mischa Kläber wiederum kommt in seiner Publikation Moderner Muskelkult zum Fazit: «Sport und somit auch Bodybuilding sind demnach vor einem Kontext säkularisierter Gesellschaften durchaus als Ersatzreligion zu deuten»3 ― und der Kunsthistoriker Jörg Scheller formuliert treffend: «Der manische, rastlose, promiskuitive und sexsüchtige Egomane huldigt dem gesunden menschlichen Körper wie einem Gott, das nackte Leben wird für ihn zum Gottesdienst. Sex, business, power, health, happiness ― das sind die neuen Fetische, die [er] [...] anbetet.»4
1Gilbreth, Frank Bunker (1921): Bewegungsstudien. Vorschläge zur Steigerung der Leistungsfähigkeit des Arbeiters (Freie deutsche Bearbeitung von Dr. Colin Ross). Berlin, Heidelberg: Springer. S. 3.
2Bockrath, Franz (Hg.) (2012): Anthropotechniken im Sport. Lebenssteigerung durch Leistungsoptimierung?. Bielefeld: Transcript (Körperkulturen). S. 87.
3Kläber, Mischa (2013): Moderner Muskelkult. Zur Sozialgeschichte des Bodybuildings. Bielefeld: Transcript. S. 26.
4Scheller, Jörg (2010): No Sports! Zur Ästhetik des Bodybuildings. Stuttgart: Franz Steiner. S. 165.
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