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Yvon Baumann – Träumt die Köchin vom Kochen?, Luzern 2014, Foto: Jean-Pierre Grüter Yvon Baumann – Träumt die Köchin vom Kochen?, REM Phasen, Luzern 2014 Yvon Baumann – Träumt die Köchin vom Kochen?, sleep state #3 01.00–07.00, Luzern 2014
Träumt die Köchin vom Kochen?
Yvon Baumann
Major
Art in Public Spheres
Art Teaching
Abschlussjahr
2014

Träumt die Köchin vom Kochen?

«Letzte Nacht war es anders. Ich träumte, dass wir alle zusammen sind. Ich sehe uns als eine glückliche Familie. Mit meinem Ex-Mann und den kleinen Kindern. Wir waren dort in unserem Haus und ich habe Kotelett gekocht. Ich habe das Essen auf einem grossen Teller angerichtet und dekoriert. Mein Ex-Mann war sehr glücklich, weil er dieses Essen gerne isst und auch die Kinder waren glücklich. Ich sah mich als einen wirklich glücklichen Menschen.»

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In meinem Masterstudium beschäftigte ich mich mit dem Phänomen des Träumens. Im Unterricht für Bildnerisches Gestalten habe ich mit den Schülerinnen und Schülern die Themen «Traum» und «Tagtraum» aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet und bildhaft umgesetzt. Ausgangsmaterial meiner Abschlussarbeit sind nächtliche Träume beziehungsweise Traumerzählungen. Ausgangspunkt sind Begegnungen mit Menschen aus dem Quartier Basel-/Bernstrasse, genannt BaBeL. Das BaBeL-Quartier ist ein enger, heterogen zusammengesetzter Raum, in dem Menschen unterschiedlicher Kulturen und Generationen wohnen und arbeiten, kommen und gehen. Dementsprechend vielfältig sind die Sprachen, die gesprochen werden. Das hat mich interessiert und ich ging den Fragen nach, ob Träume für die Leute wichtig sind, ob und wovon sie wohl träumen. Über einen Zeitraum von drei Monaten fragte ich Frauen und Männer des Quartiers nach ihren Träumen und zeichnete die Traumgeschichten mit einem Tonbandgerät auf. Einige schriftliche Aufzeichnungen der Träumenden selber sowie eigene Träume aus diesem Zeitraum kamen zur Sammlung hinzu. Eine Auswahl der Traumprotokolle habe ich in der Folge transkribiert. Ich habe sie sprachlich verdichtet und/oder einzelne Fragmente herausgearbeitet. Dann wurden die Passagen neu gesprochen beziehungsweise vertont. Die Erzählungen erscheinen in der Ausstellung vielstimmig als auditive Installation in einem Transit-Raum, einem Zimmer an der Baselstrasse, in dem ich für eine gewisse Dauer des Projekts wohnte, arbeitete und träumte. Die Arbeit bewegt sich an der Schwelle zwischen dokumentarischer und poetischer Konstruktion. Es sind anonyme Stimmen aus dem «Untergrund» von Luzern. Erlebnisse von der anderen Seite. Ersleep state #3 01.00– 07.00 Uhr 80 zählungen, Traumfragmente von Menschen aus dem BaBeL-Quartier, versammelt in einem Zwischen- Raum, einem Traum-Raum. «Und plötzlich war ich mit einer alten Schulfreundin in diesem Zimmer. Wir versteckten uns im Schrank und wollten die Türe schliessen. Aber in dem Moment stand die Gestalt schon vor uns. Der Raum war dunkel und die Gestalt war ganz weiss … sie hat weiss geschimmert. »

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